Deep Brain Reorienting (DBR)
Deep Brain Reorienting (DBR) ist eine meiner aktuellen Hauptmethoden in der Behandlung von Traumafolgestörungen in meiner Praxis in Mechernich-Katzvey, die auch Patientinnen und Patienten aus Euskirchen und der Eifel behandelt. Das Verfahren wurde von Dr. Frank Corrigan, einem schottischen Psychiater und Psychotherapeuten mit langjähriger klinischer Erfahrung in der Traumabehandlung, entwickelt und verbindet Erkenntnisse aus der Neurobiologie, der Traumaforschung und der psychotherapeutischen Praxis.
Was ist Deep Brain Reorienting?
DBR ist ein psychotherapeutisches Verfahren zur Behandlung von Trauma- und Stressfolgen. Es wurde speziell dafür entwickelt, sehr frühe, körperlich organisierte Reaktionen des Nervensystems behutsam zugänglich zu machen und zu verarbeiten – Reaktionen, die häufig unterhalb dessen liegen, was bewusst erinnert, benannt oder kognitiv verstanden werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die inhaltliche Erinnerung an ein belastendes Ereignis, sondern die körperlich erlebbare Reaktion, die dem bewussten Erleben zeitlich vorausgeht – etwa unvollständig abgeschlossene Schutzreaktionen wie Kampf, Flucht oder Erstarrung.
Der Name beschreibt den Ansatz treffend: „Deep Brain" verweist auf sehr frühe, tief im Nervensystem organisierte Prozesse; „Reorienting" bezeichnet die Fähigkeit des Organismus, sich nach einer Bedrohung wieder zu orientieren – zurück zu Sicherheit, Präsenz und Gegenwärtigkeit.
Wie läuft eine DBR-Sitzung ab?
Eine DBR-Sitzung beginnt stets in einem klaren, sicheren therapeutischen Rahmen. Zu Beginn wird gemeinsam ein leichter innerer oder äußerer Reiz – der sogenannte Activating Stimulus – gewählt, der eine minimale, nicht überwältigende Aktivierung auslöst. Anschließend richtet sich die Aufmerksamkeit auf Orientierung im Hier und Jetzt sowie behutsam auf Körperwahrnehmung. Das Tempo wird bewusst niedrig gehalten: Es wird nichts forciert, nichts muss erinnert oder ausführlich erzählt werden. Sicherheit und Regulation haben jederzeit Vorrang vor inhaltlicher Arbeit.
Was DBR nicht ist
DBR ist keine Konfrontationstherapie – es geht nicht darum, belastende Erinnerungen gezielt aufzurufen oder emotional zu intensivieren. Es ist auch keine Technik zur Selbstanwendung: Die Arbeit mit frühen Schutz- und Schockreaktionen erfordert einen sicheren äußeren Rahmen und findet ausschließlich im Kontakt mit einer dafür ausgebildeten Therapeutin oder einem ausgebildeten Therapeuten statt. Und DBR ist kein Schnellverfahren: Veränderung entsteht nicht durch Tempo, sondern durch Sicherheit und Wiederholung.
Für wen ist DBR geeignet?
DBR setze ich vor allem bei Traumafolgestörungen ein, häufig in Kombination mit EMDR – etwa wenn frühe, körperlich organisierte Stressreaktionen im Vordergrund stehen, die sich durch rein kognitive oder emotionsfokussierte Therapieansätze nicht ausreichend verändern lassen. Mehr zu verwandten Themen finden Sie auf der Seite Behandlungsschwerpunkte.
Patientenratgeber zum Nachlesen
Für meine Patientinnen und Patienten habe ich einen ausführlichen Ratgeber zu DBR zusammengestellt, der das Verfahren, den Sitzungsablauf und häufige Fragen verständlich erklärt. Dieser Ratgeber ersetzt keine Psychotherapie und dient ausschließlich der Begleitung und Orientierung innerhalb einer laufenden DBR-Behandlung.
Patientenratgeber als PDF herunterladen →
Weiterführende Informationen zum Verfahren und zu seinem Begründer finden Sie auch auf deepbrainreorienting.com (Dr. Frank Corrigan).